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Joseph Bernhart

Der Vatikan als Weltmacht

Geschichte und Gestalt des Papsttums

Kommentierte Neuausgabe

Hg. von Manfred Eder, Thomas Groll und Karin Precht-Nußbaum im Auftrag der Joseph-Bernhart-Gesellschaft e.V., unter Mitarbeit von Markus Zimmer. Weißenhorn 2019, Hardcover mit Schutzumschlag, 16×24 cm, IV+1092 Seiten und 37 Bildtafeln. ISBN 978-3-87437-580-1. 39,80 Euro.

Zum Abschluss des vierjährigen Editionsprojekts

Am 30. November 2019 präsentierte der Osnabrücker Kirchenhistoriker Professor Dr. Manfred Eder in Augsburg die von ihm federführend kommentierte Neuausgabe von Joseph Bernharts Papstgeschichte «Der Vatikan als Weltmacht» im Rahmen eines Festvortrags. Anlässlich der Jahrestagungen der Joseph-Bernhart-Gesellschaft (Türkheim) und des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte würdigte Professor Eder die bis in die 1960er-Jahre hinein einflussreiche Abhandlung und erläuterte, warum diese Geschichte der Päpste bis heute beachtens- und lesenswert ist.

Die Papstgeschichte Joseph Bernharts (1881–1969) war ein Bestseller. 1929 noch unter dem Titel «Der Vatikan als Thron der Welt» erschienen, erlebte das souverän geschriebene Werk bis in die 1950er-Jahre hinein fünf Auflagen und fünf Übersetzungen.

«Der Vatikan als Weltmacht» bestach seinerzeit nicht nur als umfassende Papstgeschichte, die über fast jeden Papst handelt und einen Einblick in die römische Kurie und die Papstwahl bietet. Auch ihre schriftstellerische Qualität macht den bis heute ungebrochenen Wert dieses Buches aus, das als literarische Leistung ebenso hochstehend ist wie als Historiografie.

Die erforderliche Neubewertung geschichtlicher Ereignisse am Vorabend des 2. Vatikanischen Konzils führte allerdings dazu, dass der damals bereits 80-jährige Bernhart von einer Aktualisierung seines Werkes absah; sein Opus magnum geriet auf diese Weise in der Folgezeit fast in Vergessenheit – zu Unrecht.

Die ausführlich und detailgenau kommentierte Neuausgabe holt dieses «Update» nach, nicht in der Art einer Fortschreibung oder eines Korrigierens, sondern durch umfangreiche Kontextualisierungen, Vertiefungen und Querverweise. Auch Heiteres und Merkwürdiges bleibt nicht völlig ausgespart. Für die vielen Zitate und Literaturanklänge bei Joseph Bernhart wurden die Quellen nachgewiesen und die jeweiligen Bibelstellen angegeben. Ein sowohl den Text als auch den Kommentar umfassendes Personen- und Ortsregister macht das Buch zu einem nützlichen Nachschlagewerk.

Während vier Jahren wurde der Kommentar vor allem am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Instituts für Katholische Theologie der Universität Osnabrück erarbeitet. Der Lehrstuhlinhaber und Mitherausgeber Professor Dr. Dr. habil. Manfred Eder legt mit seinem wissenschaftlichen Kommentar ein hilfreiches Werkzeug vor für alle, die konzise Angaben zur Papstgeschichte suchen, diachrone Zusammenhänge erkennen wollen oder verlässliche Sekundärliteratur benötigen.

Der Historiker Philipp Funk (1884-1937) über «Der Vatikan als Weltmacht»

«Eine so lebendige und zugleich doch exakte, eine so auf alle Probleme der Forschung und Deutung hinweisende und doch von einheitlichem und positivem Verständnis zusammengehaltene Papstgeschichte in ausgesprochen literarischer Form gibt es in deutscher Sprache kein zweites Mal. Daß Darstellung und Wertung aus einem Fluß und Guß sind, macht das Buch zu einer Leistung auf historiographischem wie auf literarischem Gebiete zugleich.»

Philipp Funk, Joseph Bernharts Papstbuch, in: Hochland 28/I (1930/31) 67-69, hier: 69.

Der österreichische Schriftsteller und Literaturkritiker Franz Blei (1871-1942) über «Der Vatikan als Weltmacht»

«Ich habe das originale Manuskript von Bernharts bedeutender Arbeit gelesen: es war, so genau ist dieser Arbeiter, gut fünfmal umfangreicher als das, was nun im Druck vorliegt. Da ist aber nicht bloß so gestrichen worden und über dadurch entstandene Lücken hinweggesprungen. Sondern es wurde das Allzuausgeführte verdichtet, zur äußersten Klarheit gebracht, zur höchsten Anschaulichkeit. Das ist schlechthin meisterhaft. Genaueste Kenner der Geschichte werden erstaunt sein, ihre buchlangen Spezialuntersuchungen in einen Satz gebracht zu sehen. Und der Laie wird beim ersten Satz, den er liest, das sichere Gefühl haben, auf festem Boden zu gehen, ohne auch nur einen Moment ‹populär-historisch› gegängelt zu werden.»

Franz Blei, Rez. zu Bernhart, Vatikan, in: Der Querschnitt 10 (1930) 778.