Universität Osnabrück, FB 3

Katholische Theologie


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Forschungsschwerpunkte Prof. Dr. Margit Eckholt


Schwerpunkte auf dem Feld der systematischen Theologie:

 

- dogmatische Prinzipienlehre (hermeneutische Theologie; Glaube und Vernunft; Schrift und Tradition; Glaube, Kultur und Theologie; Grundfragen interkultureller Dogmatik)

- Christologie der frühen Neuzeit (philosophische Christologie: Nicolas Malebranche) sowie aktuelle christologische Ansätze

- Ekklesiologie des 2. Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Theologie

- Gnadenlehre (frühe Neuzeit; Henri de Lubac und Karl Rahner; befreiungstheologische Ansätze)

- Schöpfungstheologie und Schöpfungsspiritualität (Hildegard von Bingen; Sallie McFague)

- Eucharistietheologie (Eucharistie als Opfer; Eucharistie und Gastfreundschaft)

- Theologie und Spiritualität, Grundfragen geistlicher Theologie (Gottesfreundschaft)



 

Forschungsfeld: feministisch-theologische und gender-theoretische Ansätze

- Frauen, Theologie und Kirche, Ämter in der Kirche, Genderfragen in ökumenischen Perspektiven

- Friedenstheologie in feministisch-theologischer und interkultureller Perspektive

- religiöse (Frauen-)Gemeinschaften, Theologie und Spiritualität, Grundfragen geistlicher Theologie

 

Forschungsfeld: systematische Theologie in interkulturellen, interreligiösen und ökumenischen Bezügen

- internationale Perspektiven der Rezeption des 2. Vatikanischen Konzils

- systematische Theologie im Spannungsfeld religionswissenschaflicher und missionstheologischer Perspektiven

- Theologie, Kirche und Kultur in Lateinamerika

- Glauben in Mega-Cities, aktuelle Veränderungen religiöser Praxis- und Denkformen

- ökumenische und interreligiöse Theologie der Gastfreundschaft in neuen Zeiten der Migration

 

 

Forschungsprofil und Forschungsprojekte:

 

Systematische katholische Theologie hat sich in den letzten Jahren den Herausforderungen geöffnet, die sich in Zeiten der Globalisierung, der zunehmenden wissenschaftlichen Verflechtungen und der „ambivalenten Rückkehr der Religion“ in der Öffentlichkeit stellen. Die zentralen Fragen christlichen Glaubens – nach Gott, dem Schöpfer von Welt und Mensch, nach Jesus von Nazareth, in dem Gott sich als Liebe, Heil und Leben geoffenbart hat, und nach dem Wirken des Geistes in der Geschichte und mit ihm nach dem befreienden Handeln von Menschen im Dienst von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind im Blick auf die „Zeichen der Zeit“ – die mit der Globalisierung übereingehenden unterschiedlichen Sollbruchstellen wie die Armutsschere, Migration und Exklusion, zunehmende Gewalt gerade unter jungen Menschen angesichts fehlender Zukunftsperspektiven – zu erschließen. Dabei ist dies in zunehmend säkularen und gleichzeitig plurireligiösen Gesellschaften heute nur in ökumenischer und interreligiöser Offenheit möglich.

Forschungshorizont ist auf diesem Hintergrund die Entfaltung einer interkulturellen –ökumenisch und interreligiös sensiblen – systematischen Theologie. Ekklesiologisches Fundament für dieses interkulturelle Arbeiten stellt das 2. Vatikanische Konzil dar. Im Fokus der interkulturellen Arbeiten stehen Theologie, Philosophie und Kultur in Lateinamerika.  Die interreligiöse Perspektive des systematisch-theologischen Arbeitens wird durch die Kooperation mit der islamischen Theologie an der Universität Osnabrück und die Zusammenarbeit der drei Theologien im Graduiertenkolleg „Religiöse Differenzen gestalten. Pluralismusbildung in Christentum und Islam“ vertieft.

 

 

In diesem Zusammenhang stehen wissenschaftliche Tagungen und Projekte sowie Vortragsreisen: Quito, Ecuador und Cusco, Peru, 2009; Mexiko-Stadt, 2010; Buenos Aires und Córdoba, 2010; Montevideo, Santiago de Chile, Talca, Coquimbo, Chile, 2011; Sao Leopoldo und Porto Alegre, 2012; Mexiko-Stadt, 2013; San Salvador und San José de Costa Rica, 2014; Bogotá, 2014; Lima/Peru, Cochabamba/Bolivien, März 2015; Costa Rica, Juli 2015; Salta, Rosario, Buenos Aires, August/September 2015; Buenos Aires / Ushuaia-Rio Grande / Santiago de Chile-Talca-Valparaíso / Montevideo, März bis Mai 2016; Havanna und Santiago de Cuba, Juli 2016; Mexiko-Stadt und Oaxaca, März 2017; Guatemala und Costa Rica, Juli/Anfang August 2017; Guatemala-Stadt, Bogotá, San Salvador, August 2018.

 

 

 

Forschungsprojekt Vatikanum II in internationaler Perspektive

„Das Zweite Vatikanische Konzil - Erbe und Aufgabe

Interkontinentaler Kommentar der Konzilsdokumente, ihrer Rezeption und ihrer Weisung für den Weg der Kirche und der Theologie heute“

in Kooperation mit Prof. Dr. Joachim Schmiedl/Vallendar, Prof. Dr. Klaus Vellguth/Vallendar und Prof. Dr. Peter Hünermann/Tübingen

 

The aim of the project is the development of an intercontinental and intercultural understanding of the Council, its paradigmatic orientation and motivation for the theologies of the 21st century. The project has not in view a simple reconstruction of the past, the council and the reception up to now. Its emphasis is the future: What are the fundamental options to be taken now, according to letter and spirit of the council? This aim cannot be reached without a thorough new analysis of the Council and of reception on a global scale and on the different continents.

 

The precondition for the intercontinental and intercultural development of the Council in the sense of the project is the active history of reception in the different continents and cultural areas. The post-conciliar transformation processes in society, church and theology, in which the Council proved to be a stimulating factor of efficiency, are to be raised. In collegial interactions with experts from the fields of philosophy, economics, social sciences, history and theology, depending on the choice of the study groups, the epochs of the reception process in the continents are differentiated and the respon­ses of the regional churches in Africa, Latin America, North America and Australia, Asia and Pacific and Europe analyzed for the challenges of political, cultural and social transformation processes to determine today's opening perspectives and upcoming challenges of the signs of the times.

                    

Contact persons from the steering committee are for Asia and Africa Klaus Vellguth, for Latin America Margit Eckholt, for North America and Australia Peter Hünermann and for Europa and the Roman Curia Joachim Schmiedl. Every study group has its own chair.

 

The study groups start their work in 2018/2019. The phases of the reception in the cultural areas are raised, important developments, persons and texts are identified, as well as obstacles and deficien­cies of an adequate reception are noted. The research will be put together in different workshops in the next years.

 

 

6.-9. Dezember 2017

Ökumenischer Kongress „Frauen in kirchlichen Ämtern. Reformbewegungen in der Ökumene“, gefördert u.a. durch die Thyssen-Stiftung

Zusammen mit Frau Prof. Dr. Dorothea Sattler von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster und Prof. Dr. Ulrike Link-Wieczorek und Prof. Dr. Andrea Strübind vom Institut für evangelische Theologie der Universität Oldenburg hat Frau Prof. Dr. Margit Eckholt (Institut für katholische Theologie der Universität Osnabrück) den Ökumenischen Kongress „Frauen in kirchlichen Ämtern. Reformbewegungen in der Ökumene“ durchgeführt, der vom 6. bis 9. Dezember 2017 an der Universität Osnabrück stattfand und mit der Verab­schiedung der „Osnabrücker Thesen“ zuende ging.

In Kirchen der Reformation ist die Ordination von Frauen möglich, die orthodoxen Patriarchate von Alexandrien und von Jerusalem haben 2017 die Diakoninnenweihe wieder eingeführt. In der katho­lischen Kirche wird die Lehre vertreten, dass die Kirche nicht die Vollmacht habe, Frauen zu weihen; diese Lehre hat hohe lehramtliche Verbindlichkeit. Die wissenschaftlichen Vorträge des Kongresses haben deutlich gemacht, dass es eine sehr alte Tradition der Teilnahme von Frauen an unterschied­lichen kirchlichen Diensten und Ämtern gibt. Diakoninnen wurden im ersten Jahrtausend unter Gebet und Handauflegung ordiniert. Die Veränderung dieser Praxis, die zum Ausschluss von Frauen aus den kirchlichen Diensten führte, ist begründungspflichtig. Es gab immer wieder Innovationen in der Ge­schichte der Kirche; im Sinne der in den Schrifttexten grundgelegten gleichen Würde von Frau und Mann gilt es, beherzte Traditionskritik zu wagen. Die in der Taufe begründete Zugehörigkeit zu Jesus Christus überwindet die sozial oder religiös begründeten Grenzen zwischen Juden und Griechen, Sklaven und Freien, Mann und Frau (vgl. Gal 3.28).

Am Kongress haben ca. 180 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet konstant teilgenommen, darunter viele Studierende der katholischen und evangelischen Theologie der Universität Osnabrück, sowie viele Vertreter und Vertreterinnen aus dem Bistum Osnabrück. Die Veranstalterinnen sind Bischof Dr. Bode, Ortsordinarius der Diözese Osnabrück und Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofs­konferenz sowie der Unterkommission für Frauen in Kirche und Gesellschaft, dankbar für seine Offenheit und Unterstützung bei der Vorbe­reitung und Durchführung des Kongresses, der ein in der katholischen Kirche immer noch brisantes Thema behandelt hat.

Der wissenschaftliche Kongress war von hoher ökumenischer Sensibilität im Hinblick auf die unter­schiedlichen Wege der Kirchen mit der Frage der Frauenordination geprägt. Es war bei diesem Kon­gress sehr spürbar, dass evangelische Frauen ihre eigene Geschichte in gelebter Solidarität mit römisch-katho­lischen und orthodoxen Frauen neu wahrgenommen haben, die bis heute die Mög­lichkeit der Teil­habe an verbindlichen Entscheidungen aufgrund einer amtlichen Berufung vergeblich anfragen. Die mit dem Kongress ver­bundene Hoffnung ist, dass Bewegung in eine seit langem stagnierte Debatte um Ämter und Dienste in der Kirche kommt und dass deutlich wird, dass diese Fra­gen in Zukunft nur gemeinsam – von Männern und Frauen – zu beantworten sind. Die am Ende des Kon­gresses verabschiedeten Thesen sollen dem zukünftigen ökumenischen Gespräch und dem Gespräch mit den Kirchenleitungen wichtige Impulse geben. Es bedarf der Fortsetzung der gemein­samen Bemühungen in diesen Fragen, denn: Ohne eine Thematisierung der Frage der Ordination von  Frauen wird es keinen Weg geben, die sichtbare Einheit der Kirchen zu erreichen. Gottes Geist wirkt in der Geschichte, und geschlossene Türen werden von ihm geöffnet, sie können auf dem Weg der Kirche in die Zukunft nicht geschlossen gehalten werden. Das gilt auch für die Frage nach Frauen in kirchlichen Ämtern.

 

 

7.-9. August 2018

Symposium in Guatemala-Stadt zu „Pfingstkirchen in Guatemala / Zentralamerika“, gefördert durch die Deutsche Bischofskonferenz

Im Auftrag der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz hat Frau Prof. Dr. Margit Eckholt die wissenschaftliche Leitung übernommen für die Vorbereitung und Durchführung einer Tagung der Bischofskonferenz von Guatemala und der Deutschen Bischofskonferenz zu „Pfingstkirchen in Guatemala / Zentralamerika als Herausfor­derung für die katholische Kirche“. Das wissenschaftliche Symposium fand vom 7. bis 9. August 2018 in Ciudad de Guatemala (Casa Marista de Formación) statt. Insgesamt haben ca. 60 Personen an der Tagung teilgenommen, darunter viele Bischöfe aus Guatemala und weiteren Ländern Zentral­ameri­kas, darunter Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga SDB, Erzbischof von Tegucigalpa/Hon­duras, weitere Vertreter und Vertreterinnen aus Pastoral und Wissenschaft. Von deutscher Seite waren Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, Dr. Sebastian Pittl, Frankfurt-St. Georgen, und Prof. Dr. Nikolaus Werz, Universität Rostock, vertreten, der sich mit der politischen Heterogenität des Pentekostalismus auseinandergesetzt hat. Als Vertreter des Vatikans und des Sekretariats für die Einheit der Christen hat Mons. Juan Usma Gómez den Dialog zwischen katholischer Kirche und Pfingstkirchen nachgezeichnet und die Bedeutung einer neuen ökumenischen Haltung herausgestellt. Frau Prof. Dr. Margit Eckholt hat diese ökumenische Perspektive in ihrem Vortrag aus systematisch-theologischer Perspektive vertieft. Das Phä­no­men des Pente­kostalismus wird zu einer Bewäh­rungsprobe für das Werden der „Welt-Kirche“ auf dem 2. Vatika­ni­schen Konzil im lateinamerika­nischen Kontext und die den Weg der Kon­zilskirche begleitenden verschiedenen Inkulturations­prozesse, wie sie von den Konferenzen des latein­ameri­kanischen Episkopats seit Medellín (1968) angestoßen worden sind. Der Ausgang der Auseinan­dersetzung mit den gegenwärtigen religiösen und kulturellen Pluralisierungsprozessen ist offen: Trägt die Pentekostalisierung zu einer für Latein­amerika neuen Konfessionalisierung bei, werden Grenzen gesetzt und katholische „Identitätsmarker“ bestimmt, wie es der dänische Theologe Jakob Egeris Thorsen in seiner auf dem Symposium vorge­stellten Studie zu den charis­matischen Entwicklungen in Guatemala aufzeigt, oder entsteht ein neues ökumenisches Be­wusstsein, das an den Optionen des Evangeliums, dem Einsatz für Menschenwürde und „gutes Leben“ für die ganze Schöpfung orientiert ist? Auf dem Symposium wurden diese Fragen in großer Offenheit diskutiert, einige der Teilnehmer haben abschließend als Wunsch formuliert, dass die ökumenische Perspektive weiter vertieft wird und die Beiträge des Symposiums auf Ebene von Pfarreien und Gemeinschaften weiter diskutiert werden könnten.

 

 

19.-23. August 2018

XII. internationales und interdisziplinäres Seminar des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutschland e.V. vom 20.-23. August 2018 in Bogotá, Kolumbien, gefördert vom DAAD und der Bischöflichen Aktion Adveniat

In Kooperation mit dem Philosophen Prof. Dr. Vicente Durán SJ von der Partneruniversität der Universität Osnabrück in Kolumbien, der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá, hat Frau Prof. Dr. Margit Eckholt in Kooperation mit dem Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. ein vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördertes Alumni-Seminar durchgeführt. Über 80 ehemalige Doktoranden und Doktoran­dinnen deutscher Universitäten aus 11 lateinamerikanischen Ländern haben an der Tagung teil­ge­nommen.

Das internationale Seminar hatte als Leitmotiv die Perspektive der „Religion als Ressource für eine befreiende Entwicklung“ und erinnerte an die 50-Jahr-Feier der 2. Generalversammlung des latein­amerikanischen Episkopats in Medellín. Für die lateinamerikanische Kirche war die Konferenz der Ausgangspunkt für ein neues ortskirchliches Bewusstsein und den spannenden und schmerzhaften Prozess des Aufbrechens einer in koloniale Strukturen der „cristiandad“ („Christenheit“) und mit den Mächtigen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verwobenen Kirche, hin zu einer Kirche an der Seite der Armen, der Ausgeschlossenen, der um ihre Rechte gebrachten Campesinos oder Arbeiter. Die katholische Kirche hat sich zu einer neuen sozialen Akteurin und einer auch weit über kirchliche Kreise hinaus anerkannten Institution im Dienst sozialen Wandels, der Menschenrechte, einer gerechten und armenorientierten Entwicklung und der Friedensarbeit entwickelt. Der Erneuerungs­prozess, den das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965) für die katholische Kirche bedeutet hat (ver­bunden mit Religionsfreiheit, Menschenrechten, ökumenischem und interreligiösem Dialog, neuen Partizipationsstrukturen in der Kirche, der Bedeutung von Laien und sozialen Bewegungen usw.), wurde mit dieser Konferenz im lateinamerikanischen Kontext umgesetzt. Befreiungstheologien, -Philosophien und -Pädagogiken wurden in der Folge dieser Konferenz entwickelt. Diese Denktra­ditionen bilden heute noch zentrale Re­fe­renz­punkte, auch weit über den lateinamerikanischen Kon­text hinaus in einer interkulturellen Perspektive, um in Kontexten zunehmender Ungleich­heit, Ausgrenzung und Gewalt die Rolle von Religion im Kontext der Ent­wick­lungs­arbeit zu klären und Reli­gion als „Ressource befreiender Entwicklung“ zu er­schließen. Auch wenn Lateinamerika in den letzten Jahren große Veränderungen durchlaufen hat, Säkularisierungsprozesse auf der einen und religiöse Pluralisierung – vor allem durch das Wachsen der Pfingstbewegung – auf der anderen Seite zunehmen, so ist der Blick auf Lateinamerika insofern von Relevanz, als mittlerweile über 40% der Katholiken weltweit in Lateinamerika leben. Das hat Auswirkungen auf die ka­tho­li­sche Kirche und ihre Entwicklungsstrategie in den westlichen Ländern, auch in Deutschland, und  muss gerade darum auch von staatlicher und gesellschaftlicher Seite wahrgenommen werden. Die vor 50 Jahren ange­stoßenen Erneuerungsprozesse im Sinne „befreiender Entwicklung“ und der Stärkung der verschie­denen sozialen Akteure und Akteurinnen sind heute wieder neu zu erschließen, worauf auf der Tagung in Bogotá der an der Georgetown-University in Washington lehrende Religionssoziologe José Casanova hingewiesen hat.

Auf der Tagung an der Universidad Javeriana wurde auch der Beitrag des Stipendienwerks Latein­amerika-Deutschland (spanisch: Intercambio cultural alemán-latinoamericano, ICALA) zur Ausbildung der neuen Gestalt von Theologie und Philosophie in Lateinamerika beleuchtet. Das Stipendienwerk hat den Prozess der Ausgestaltung der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und einer in die lateinamerika­nischen Realitäten inkulturierten Philosophie durch die Vergabe verschiedener Stipen­dien an Theologen, Philosophen und Pädagoginnen aus Lateinamerika begleitet. Vor Beginn des Seminares fand am 19. und 20. August ein Alumni-Workshop statt, in dem die Arbeit der 14 Partner­gremien von ICALA in Lateinamerika und des deutschen Kuratoriums in den vergangenen drei Jahren evaluiert und neue Arbeitsschritte geplant worden sind. Der Workshop mündete in ein wissenschaft­liches Symposium aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutsch­land e.V., bei dem einer der Gründer des Stipendienwerkes, der emeritierte Tübinger Dogmatiker Prof. Dr. Peter Hünermann  einen Vortrag gehalten hat.

 

 

2017:

Internationale wissenschaftliche Fachtagung (gefördert von der Thyssen-Stiftung), in Kooperation mit Prof. em. Dr. Johannes Meier und dem Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. (icala.de)

„Die Zeit der Reformation aus anderem Blickwinkel. Eine lateinamerikanisch-ökumenische Perspektive“, Freitag, 30. Juni bis Sonntag, 1. Juli 2017, im Roncalli-Haus in Magdeburg, mit vorausgehender Exkursion zu Luther-Gedenkstätten in Eisleben und zum Kloster Helfta.

 

Scheinbar haben sie wenig miteinander zu tun, dennoch sind sie eng aufeinander bezogen: die reformatorische Bewegung im Europa des 16. Jahrhunderts und die gleichzeitige welt­weite Expansion der katholischen Kirche. Beide Bewegungen sind schon deshalb miteinander verknüpft, weil die gegenwärtige ökumenische Landschaft durch diese beiden Bewegungen gekenn­zeichnet ist: die konfessionelle Vielfalt als Folge der reforma­torischen Bewegung auf der einen Seite, ihre kontextuelle Vielgestaltigkeit, zwangs­läufiges Resultat der Ausbreitung des Christentums in unterschiedliche geographische Regionen und Kulturräume auf der anderen Seite. Beide Vorgänge setzten im 15./16. Jahrhundert ein und sind zum Verständnis der aktuellen Ökumene unerlässlich. Eine Kirchengeschichte, die sich der Aufgabe verpflichtet weiß, die Gegenwart historisch zu erklären und Perspektiven künftigen Handelns aufzuweisen, wird beide Entwicklungen ange­messen wahrzu­nehmen und in neuer Weise aufeinander zu beziehen haben. Und sie steht im interdisziplinären Gespräch mit einer Fundamentaltheologie – in interkultureller und ökumenischer Perspektive – zur Erarbeitung der methodischen Grundlagen dieses Ansatzes.

 

Dabei wurde auch gefragt, was sich aus dem Blick auf die Zeit der Reformation aus dieser Perspektive an Folgerungen für die Ökumene der Christen und die interkulturellen Beziehungen in der heutigen und künftigen Welt ergibt? In der Diskussion ist deutlich geworden, wie der weltkirchliche Aufbruch des Katholizismus und die Reformation miteinander verknüpft sind und heute – in einer ökumenisch aufgeschlossenen Kirchengeschichte in globalem Horizont und einer interkulturellen Fundamentaltheologie und Missionstheologie -im Dienst an der Ökumene der Christen und Christinnen zu erschließen sind.

 

Als Referenten und Referentinnen wirkten u.a. mit: Prof. em. Dr. Johannes Meier, Mainz; Prof. Dr. Sandra Arenas und Prof. Dr. Rodrigo Polanco, Santiago de Chile; Prof. Dr. Eneida Jacobsen, São Leopoldo; Prof. Dr. Heike Walz, Neuendettelsau; Prof. Dr. Max Salinas, Santiago de Chile; Prof. Dr. Mario Grignani, Rom; Prof. Dr. Juan Dejo SJ, Lima; Prof. Dr. Klaus Koschorke, München; Prof. Dr. Paulo Suess, São Paulo.

 

 

2015-2016:

Deutsch-argentinische wissenschaftliche Kooperation (DFG-Förderung)

Thema: „Friedens-Raum-Theologie“: Erarbeitung von Perspektiven einer interkulturellen öffentlichen Theologie, mit Fokus „Friedensbildung aus Frauenperspektive“

 

Durchführung von zwei internationalen Workshops:

Workshop in Deutschland (Ort: Stuttgart-Hohenheim): 12.-14.6.2015 (fachliche und organisatorische Vorbereitung durch die Kooperationspartnerin Prof. Dr. Angela Kaupp, Universität Koblenz-Landau)

 

Workshop in Argentinien (Ort: Buenos Aires): 28.-31.3.2016 (fachliche und organisatorische Vorbereitung durch Prof. Dr. Margit Eckholt in Kooperation mit der argentinischen Kollegin Prof. Dr. Virginia Azcuy)

Mit den beiden bilateralen Workshops in Deutschland und Argentinien sollen Anstöße für die Erar­bei­tung einer interkulturellen „Friedens-Raum-Theologie“ in Frauenperspektive gegeben werden. In ei­nem ersten Schritt in Deutschland ist im Dialog mit den Kulturwissenschaften das Raum-Konzept für die Methodik theologischen Arbeitens erschlossen und im interkulturellen Diskurs diskutiert worden. Im zweiten Schritt sollen auf dem Hintergrund dieser neuen theologischen Methodik Ausgangspunkte für die Erarbeitung einer interkulturellen Friedenstheologie erarbeitet werden.

Auf der Tagung in Buenos Aires sollen Grundlagen für eine interkulturelle Friedenstheologie er­arbeitet werden, wobei systematisch-theologische Grundlagen im Gespräch mit praktisch-theologi­schen Perspektiven stehen. Ein Zugang aus Frauenperspektive wird gesellschaftliche Heraus­forderungen, Menschen- und Frauenrechtsperspektiven im „öffentlichen Raum“ mit dem „pri­vaten“ Raum verknüpfen, wird Gewalt unter beiden Perspektiven thematisieren im Horizont einer Analyse von Praktiken, die es ermöglichen, „Räume des Friedens“ zu gestalten. These ist hier, dass per­sön­liche Wege sowie gemeinschaftliche und soziale Räume einer Konstruktion des Friedens zu den „Zei­chen der Zeit“ gehören, die über eine interkulturelle theologische Reflexion zu einer neuen öffent­lichen Präsenz christlichen Glaubens führen können und in genau diesem Sinn auch Reform der Kirche bedeuten.

Erschienen sind eine deutsch- und eine sprachige Publikation:

Virginia Azcuy/Margit Eckholt (Hg.), Friedens-Räume. Interkulturelle Friedenstheologie in feministisch-befrei­ungs­theologischen Perspektiven, Ostfildern (Grünewald) 2018

Virginia Raquel Azcuy/Margit Eckholt/M. Marcela Mazzini (eds.), Espacios de Paz. Lectura intercultural de un signo de estos tiempos, Buenos Aires (Agape Libros) 2018

 

Weitere Beiträge in diesem Zusammenhang:

 

Erschienen:
Margit Eckholt, Espacios de Paz. Nuevos caminos de teologías interculturales de la paz, in: Teología 52 (2016) 115-127; Vorwort, in: Angela Kaupp (Hg.), Raumkonzepte in der Theologie. Interdisziplinäre und interkulturelle Zugänge, Grünewald, Ostfildern, 2016, 9-11; „Cartes de compassion“ – im interkulturellen Dialog „Räume des Friedens“ erschließen, in: Angela Kaupp (Hg.), Raumkonzepte in der Theologie. Interdisziplinäre und interkulturelle Zugänge, Grünewald, Ostfildern, 2016, 53-64.

 

 

2010-2013:

Internationales interdisziplinäres Forschungsprojekt:

„Pastoral Urbana“:

Die lateinamerikanischen Mega-Cities und die aktuellen sozialen, kulturellen und religiösen Transformationsprozesse: Herausforderungen für die katholische Kirche und ihre Pastoral

 

Das Projekt wurde im Oktober 2010 bewilligt durch die Unterkommission für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz. Das Projekt hatte eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren; die Arbeiten werden durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (Dr. Stefan Silber) unterstützt. In interdisziplinären Teams wurden Charakteristika und Wandlungen der Lebensverhältnisse in den lateinamerikanischen Megastädten erforscht, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die religiösen Transformations-prozesse und ihre Auswirkungen auf die Pastoral der katholischen Kirche gelegt wurde. Modelle und Erfahrungen der Erneuerung der kirchlichen Praxis in den Megastädten sind auf den Prüfstand gestellt worden. Arbeitsgruppen des Forschungsprojektes bestanden in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

Vom 22. bis 25. Februar 2011 fand ein Werkstattseminar mit den Projektpartnern in Montevideo statt, vom 11.-14. Oktober 2012 ein Werkstattseminar in Porto Alegre/Brasilien, Vom 26. Februar bis 2. März 2013 wurde der internationale Abschlusskongress in Mexiko-Stadt in Zusammenarbeit mit dem DAAD (Alumni-Programm, Förderung durch das BMZ), ADVENIAT und dem Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden auf einer Tagung an der Universität Osnabrück vom 3. Bis 5. Juli 2014 vorgestellt.  

Vgl. die Internetseite http://www.pastoral-urbana.uni-osnabrueck.de/

 

Publikationen (Auswahl):

Margit Eckholt / Stefan Silber (Hg.), Glauben in Mega-Cities. Transformationsprozesse in lateinamerikanischen Großstädten und ihre Auswirkungen auf die Pastoral, Verlag: Grünewald, Hohenheim 2014

Margit Eckholt / Stefan Silber (Hg.), Vivir la Fe en la ciudad hoy. Las grandes ciudades latinoamericanas y los actuales procesos de transformación social, cultural y religiosa, 2 tomos, Ediciones Paulinas, México 2014

 

 

2015:

Internationale wissenschaftliche Fachtagung (gefördert von der Thyssen-Stiftung)

„Gäste im eigenen Haus? Frauen in Theologie und Kirche“ – Tagung zu Ehren von Prof. Dr. Elisabeth Gössmann, Freitag, 6. und Samstag, 7. Februar 2015 an der Universität Osnabrück und in Kooperation mit Haus Ohrbeck, Georgsmarienhütte.

 

Eine der Pionierinnen der Frauenfrage in der katholischen Kirche ist die Osnabrücker Theologin Elisabeth Gössmann. Elisabeth Gössmann wurde 1928 in Osnabrück geboren und war lange Jahre in Japan tätig. Sie gehört zu den Begründerinnen einer theologischen Frauenforschung und feministischen Theologie. Ihr wissenschaftliches Arbeiten steht im Dienst der vergessenen Wege und wissenschaftlichen Leistungen von Frauen. Gleichzeitig ist es auch ein Dienst für eine Kirche, die dem in der Gotteben­bildlichkeit von Mann und Frau begründeten Auftrag eines Einsatzes für Menschenwürde und Gerechtigkeit entspricht. Die „Frauenfrage“ bleibt auch 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965) ein Desiderat in der katholischen Kirche. Die auf dem Konzil grundgelegten Neuaufbrüche wurden zwar von vielen Theologinnen aufgegriffen und weiterentwickelt, doch ihre theologischen Arbeiten stehen immer noch im „Schatten“ ihrer Kollegen und sind in Wissenschaft und Kirche noch lange nicht rezipiert.

Die internationale Tagung „Gäste im eigenen Haus? Frauen in Theologie und Kirche“ hat die theologischen Impulse Elisabeth Gössmanns auf dem Hintergrund feministisch-theologischer Fragestellungen der Gegenwart erschlossen.

Als Referentinnen wirkten u.a. mit: Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke (Universität Osnabrück), Prof. Dr. Margit Eckholt, Frau Prof. Dr. Dorothea Sattler (Universität Münster), Frau Prof. Dr. Christine Büchner (Universität Hamburg), Frau Prof. Dr. Hildegard König (Universität Dresden), Prof. Dr. Helen Schüngel-Straumann (Basel), Prof. Dr. Haruko Okano (Tokyo, Japan).

In diesem Zusammenhang ist folgende wissenschaftliche Publikation erschienen: Margit Eckholt (Hg.), Gender studieren. Ein Lernprozess für Theologie und Kirche, Grünewald, Ostfildern 2017.

 

 

2011:    

Internationale wissenschaftliche Fachtagung: „Aggiornamento heute. Diversität als Horizont einer Theologie der Welt“

Im Kontext der Zusammenarbeit mit AGENDA, Forum Katholischer Theologinnen, fand vom 13.-15. Mai 2011 in Kooperation mit der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart eine internationale wissenschaftliche Fachtagung zum Thema „Aggiornamento heute. Diversität als Horizont einer Theologie der Welt“ statt (Förderung durch die DFG). Teilgenommen haben ca. 120 Theologinnen, darunter Kolleginnen aus England, den Nieder-landen, den USA, Argentinien, Brasilien und Paraguay. Der Akzent der eigenen Arbeiten lag auf den Rezeptionsprozessen des 2. Vatikanischen Konzils im Horizont des neuen wissenschaftstheoretischen Ansatzes der Diversität.

Publikation: 

Margit Eckholt/Saskia Wendel (Hg.), Aggiornamento heute. Diversität als Horizont einer Theologie der Feld, Ostfildern (Grünewald) 2012

 

 

2008-2009, 2009-2013:

Zusammenarbeit (als wissenschaftliche Beraterin) mit der argentinischen Theologinnenvereinigung TEOLOGANDA (Buenos Aires):

Teologanda ist eine wissenschaftliche Vereinigung zur Förderung von Theologinnen in Argentinien und anderen lateinamerikanischen Ländern, die mit AGENDA – Forum katholischer Theologinnen e.V., dem Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland und ADVENIAT zusammenarbeitet.

Publikationen:

Virginia R. Azcuy/Margit Eckholt (Hg.), Citizenship – Biographien – Institutionen. Perspektiven lateinamerikanischer und deutscher Theologinnen auf Kirche und Gesellschaft, Zürich/Berlin 2009

Wissenschaftliche Beratung und Zusammenarbeit im 6-bändigen Publikationsprojekt von Teologanda „Mujeres haciendo teología“, Verlag San Pablo, Buenos Aires.

 


2007-2009:

Durchführung eines dreijährigen Projektes zu „Citizenship – Demokratie – Menschenrechte“ (DAAD, Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland, in Kooperation mit lateinamerikanischen Universitäten):

Durchführung von drei Tagungen in Lateinamerika:

-              Februar 2007 in Lima, in Kooperation mit der PUC Lima

-              Juli 2008 in Córdoba, in Kooperation mit der Katholischen Universität UCC Córdoba

-              Februar 2009 in Quito, in Kooperation mit der Katholischen Universität PUC Quito

Publikationen:

Margit Eckholt/Salomón Lerner Febres (Hg.), Ciudadanía, democracia y derechos humanos. Reflexiones en vista a la conmemoración del Bicentenario de la Independencia (1), Quito, Ediciones Abya-Yala, 2009

Margit Eckholt/Gustavo Ortíz (Hg.), Ciudadanía y perspectiva de género. Reflexiones en vista a la conmemoración del Bicentenario de la Independencia (2), Quito, Ediciones Abya-Yala 2011

Margit Eckholt/Fernando Barredo (Hg.), Ciudadanía y memoria. Reflexiones en vista a la conmemoración del Bicentenario de la Independencia (3), Quito, Ediciones Abya-Yala, 2012

 

 

2008/9:

Bernhard Welte und seine philosophisch-theologischen Impulse für den interkulturellen Dialog:

Im November 2008 fand die Tagung „Bernhard Welte und Lateinamerika“ in Kooperation mit der Berhard-Welte-Gesellschaft und der Katholischen Akademie Freiburg statt.

Publikation:

Margit Eckholt (Hg.), gemeinsam mit Bernhard Casper und Thomas Herkert, „Clash of civilizations“ - oder Begegnung der Kulturen aus dem Geist des Evangeliums? Bernhard Weltes Impulse für den interkulturellen Dialog mit Lateinamerika, Berlin 2009

 

 

 

Prof. Dr. Margit Eckholt